Die Zukunft liegt in der Kreislaufwirtschaft und der Ressourcenproduktivität
29.10.2009 – Die Antwort auf die Rohstoffknappheit der Zukunft heißt Kreislaufwirtschaft und Ressourcenproduktivität. Darüber waren sich die Teilnehmer des BDE-Fachkongresses „Nutzung heimischer Rohstoffe – neue Chancen für Industrie und Volkswirtschaft anlässlich der BDE-Mitgliederversammlung bei der Messe Entsorga-Enteco 2009 in Köln einig. Die steigende Weltbevölkerung und der Wohlstand der aufstrebenden Staaten wie zum Beispiel in Südostasien lassen die globale Nachfrage nach Rohstoffen aller Art kräftig ansteigen. Dabei werden die Wert- und Rohstoffe in den Abfällen Europas nur zur Hälfte genutzt, kritisierte BDE-Präsident Peter Kurth. „Wenn wir diesen gewaltigen Schatz heben würden, statt ihn wegzuwerfen, würden wir nicht nur unsere natürlichen Rohstoffvorräte schonen, sondern auch in beträchtlichem Maße der Umwelt helfen.“ Kurth forderte ökonomische Anreize und rechtliche Rahmenbedingungen, um die Entsorgungswirtschaft zu einer funktionierenden und effektiven Rohstoffwirtschaft zu entwickeln.
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„Trotz der Weltwirtschaftskrise haben sich die Preise in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt“, stellte das Mitglied der Hauptgeschäftsführung im Bundesverband Deutscher Industrie (BDI), Dr. Carsten Kreklau, fest. Noch mehr als steigende Preise mache sich die Industrie Sorgen um die zur Neige gehenden Rohstoffvorkommen. „Erdöl reicht noch 64 Jahre, Blei 20 Jahre, Zink 22 Jahre und Wolfram 39 Jahre“, sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrates für Umweltfragen bei der Bundesregierung, Prof. Martin Faulstich. Er forderte dazu, neue Wege zu gehen und die Wertschöpfungskette bei der Produktion von Waren neu zu formen. „Wir brauchen eine integrierte Kreislaufwirtschaft, die weitgehend ohne Primärrohstoffe auskommt.“ |
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Um das Ziel einer integrierten Kreislaufwirtschaft zu erreichen, müssten nach den Worten von Prof. Faulstich Produkte von ihrem Ende her konstruiert sein. Sie müssten nach Gebrauch zerlegt, aufbereitet und in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden können. Gütezeichen müssten u.a. Reparaturfreundlichkeit sein, zeitloses Design und Langlebigkeit. Damit verbindet der Wissenschaftler die Umstellung der Primärenergierzeugung auf erneuerbare Energien. „Das Ziel ist nicht das eigentlich Problem, die eigentliche Aufgabe ist die Gestaltung der Systemübergänge.“ |
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Der Umweltpolitiker und Co-Chair des International Panel of Sustainable Management, Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker erwartet, dass der nächste große Wachstumszyklus (Kondratieffzyklus) von der Ressourcenproduktivität und den erneuerbaren Energien getragen wird. „Ich hoffe, dass wir die Technologieführerschaft übernehmen, aber wir müssen aufpassen, dass uns die südostasiatischen Staaten nicht die Butter vom Brot nehmen.“ |
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Prof. Edmund Brandt (TU Braunschweig) forderte, dass der Staat bei der Entwicklung der Kreislauf-/Rohstoffwirtschaft nicht „Player“ sein dürfe. „Nur so kann unternehmerisches Engagement die Rohstoffwirtschaft etablieren.“ Er regte an, die Begriffe „Abfall- und Abfallwirtschaft durch Wert-/Sekundärrohstoff- und Rohstoffwirtschaft zu ersetzen. |



